Während ich gerade an einem Artikel sitze, höre ich nebenbei Radio. Es wird ein Jubiläum gefeiert: Vor 40 Jahren wurde Pro Asyl gegründet. Ja, so lange wird schon über Asyl und Migration debattiert. Ich schaue nur mal kurz und dann kommen die Erinnerungen.
Am 30. August 1983 sprang Kemal Altun aus dem sechsten Stock des Berliner Oberverwaltungsgerichts gegenüber dem Bahnhof Zoo. Es sollte über seine Abschiebung in die Türkei verhandelt werden. Seit 14 Monaten saß er in Moabit in Abschiebehaft. Kemal Altun ist ein linker Aktivist, den die Militärjunta in der Türkei gerne in die Finger bekommen will. Ihm drohen dort Folter und Haft.
Ja, und dann wird erläutert, dass die Asyl- und Flüchtlingsproblematik schon 1980 im Wahlkampf eine Rolle gespielt hat. Der damalige bayerische Innenminister Gerold Tandler erklärte, dass die Asyldebatte ein relevantes Wahlkampfthema sei.
„Ich bin auch der Meinung, dass sich die Not der Erde nicht auf deutschem Boden lösen lässt. Das geht einfach nicht.“
Und auch das, was die AfD in Sachsen-Anhalt nun umsetzen will – den Rundfunkstaatsvertrag zu kündigen – entstammt eigentlich dem Gedankengut der CSU.
„Dr. Zimmermann informiert noch kurz über die Sondersitzung des Bayerischen Kabinetts am vergangenen Freitagnachmittag. Das Kabinett habe sich demnach ausführlich mit den Vorfällen beim Bayerischen Rundfunk und innerhalb der ARD beschäftigt. Man habe mit der Kündigung gedroht. Im Vertrag stehe, dass dieser jährlich zum 30. Juni zum Ende des Jahres gekündigt werden könne. Dieses Problem „Fernsehen” müsse man auch draußen im Wahlkampf aufgreifen. Auf das Fernsehen wird im Allgemeinen immer geschimpft. Wenn man das Fernsehen angreift, ist man einer positiven Resonanz sicher.“
Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch, und CDU und vor allem die CSU haben sich als Geburtshelfer für die Protofaschisten der AfD hervorgetan.
P. S.: Die Vorfälle beim Bayerischen Rundfunk und der ARD beziehen sich auf das Oktoberfestattentat am 26. September 1980. Während die bayerische Staatsregierung und die Staatsanwaltschaft den Attentäter als verwirrten Einzeltäter einstuften, stieß der BR-Radiojournalist Ulrich Chaussy bei seinen Recherchen schnell auf massive Ungereimtheiten. So stellte er den Zusammenhang zur Wehrsportgruppe Hoffmann her. Durch seine jahrzehntelangen, hartnäckigen Recherchen und sein Buch „Oktoberfest. Ein Attentat“ widerlegte er die offizielle Einzeltäter-Theorie der Behörden. Für Chaussy wird diese Recherche zu seinem Lebenswerk, Grundlage für den prämierten Spielfilm „Der blinde Fleck“ (2013). 2014 führen seine Recherchen dazu das der Fall des des Münchner Attentats
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Recherche und Text: Günter Biernoth
Korrekturlesen KI: DeepL
Titelbilder KI: ChatGPT
Quellen:
https://www.fbw-filmbewertung.com/film/der_blinde_fleck_taeter_attentaeter_einzeltaeter
https://www.deutschlandfunkkultur.de/35-jahre-pro-asyl-geburtsstunde-der-gefluechtetenhilfe-100.html
https://fraktionsprotokolle.de/csu-lg-08_1980-06-30-t1930_EP.xml?facet-person=%23GrundmannKonrad

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