Das ist wieder einmal ein schönes Beispiel dafür, wie Kassandras Erben schon 1992 sahen, dass wir gravierende Strukturprobleme haben – und zwar im Management.
Anscheinend bereitet sich VW auf seine Rolle in der zweiten oder dritten Liga des weltweiten Automobilmarkts vor. Anders sind die Pläne des Vorstands, 100.000 Arbeitsplätze abzubauen und wahrscheinlich vier Werke in Deutschland zu schließen, nicht zu interpretieren.
Die Zukunft wird verspielt
Die ganz auf Bequemlichkeit und Machterhalt ausgerichtete Politik des Industrie-Establishments ist dabei, die Zukunft unserer Volkswirtschaft zu verspielen. Deutschlands Manager haben bewiesen, daß sie, im Gegensatz zu den Japanern, unfähig sind, gemeinsam strategische Ziele anzusteuern. Fast ohne Gegenwehr überließen sie ausländischen Konkurrenten Schlüsseltechnologien wie die Mikroelektronik oder die Gentechnik. Ebenso vernachlässigten sie die wachstumsstärksten Märkte der Zukunft rund um den Pazifischen Ozean.
Für eine Nation, deren Wohlstand größtenteils auf der Nutzung der jeweils modernsten Technik beruht, ist der Rückfall deutscher Firmen in der Mikroelektronik und der verwandten Gebiete ein Desaster von verheerendem Ausmaß. Dabei handelt es sich eigentlich nicht um eine Technologielücke, sondern um ein Managementproblem.
aus Günter Ogger, 1992, Nieten in Nadelstreifen
Phillipp Raasch: Wir hinken in der Technologie 6 Jahre hinterher. Automotiv ist zu Ende
Bei Markus Lanz vom 22.06.26 ab 01:14:55
https://www.zdf.de/play/talk/markus-lanz-114/markus-lanz-vom-22-juni-2026-100
Philipp Raasch ist Analyst der deutschen Automobilbranche. Am 22.06. saß er bei Markus Lanz im Studio und erklärte, dass die deutsche Automobilindustrie am Ende sei. Die Gründe lägen in Managemententscheidungen früherer Jahre. So hatten die Manager von Daimler in völliger Unkenntnis zukünftiger Entwicklungen entschieden, dass Batterietechnik nichts ist, was man selbst können müsse, das könne man billig dazukaufen.
Heute macht die Batterie 30 bis 40 % der Wertschöpfung eines Autos aus. Dasselbe galt für IT und KI. Auch diese Bereiche machen heute 30–40 % der Wertschöpfung beim Auto aus. Wer also 60–80 % der Wertschöpfung beim Auto dazukaufen muss, spielt auf dem Weltmarkt keine Rolle mehr.
Laut Raasch ist das Aufholen in diesen Technologien nicht mehr möglich, weil es a) extrem teuer ist und b) man immer ein bis zwei Generationen hinterherläuft, was ca. 4 bis 6 Jahre entspricht.
Die deutsche Automobilbranche kürzt sich also auf ihre zukünftige Rolle auf dem Weltmarkt zusammen: Als eines Spielers in der dritten, maximal zweiten Liga.
Auch hier setzt sich fort, was am Wirtschaftsstandort Deutschland überall zu beobachten ist.
Die Vorstände der großen Konzerne haben die Zukunft schlicht und ergreifend verschlafen. Nach der Wind- und Solarindustrie stürzt nun die nächste Branche in die Bedeutungslosigkeit. Ja, es werden in Deutschland weiterhin Autos gebaut, allerdings eher als Nostalgiegefährte.
16 Jahre Kohl und 16 Jahre Merkel haben uns in den Ruin geführt. Diejenigen, die davor gewarnt haben, werden sich bestätigt fühlen. Wenn man einen Blog mit dem Namen „Kassandras Erben” betreibt und über Vergangenheit und Zukunft spricht, wiederholt man sich eben: Sie haben gewarnt und wurden verlacht.
Die Automobilindustrie setzte auf das trojanische Pferd Verbrenner. Technologieoffenheit, Zerstrittenheit statt Akzeptanz von Wissenschaft, Ökologie und Ökonomie führen eben in die Drittklassigkeit.
Und die Regierung? Was sollen wir von einer Regierung halten, die aus Lobbyisten besteht, die private Profitinteressen bedienen und nicht der Allgemeinheit dienen? Mit einer Misswirtschaftsministerin wie Reiche werden wir keinen Blumentopf gewinnen.
Wenn wir sehen, wer von diesem Desaster profitiert, dann können wir eines mit Sicherheit vorhersagen.
Wir steuern auf die Idiokratie zu. Die christliche Legende vom ungläubigen Thomas hat ja noch ein Happy End: Als dieser Thomas mit der Realität konfrontiert wird und die Wundmale seines Meisters sieht, glaubt er. So der Mythos des Christentums.
In unserer Gesellschaft kann man reale Forschungsergebnisse und gemessene Realität präsentieren, es wird immer jemanden geben, der das infrage stellt, und dem wird dann nachgelaufen.
28 % der Deutschen wollen die Idiokratie. In Ungarn konnte man es sehen, in der Türkei oder den USA kann man sehen, was passiert, wenn man Idioten die Macht in die Hand legt. Interessiert keinen.
Übrigens weist Philipp Raasch darauf hin, dass das Kapitel E-Mobilität in China bereits abgeschlossen ist. Die Marktbereinigung läuft gerade und es werden dann drei weltweit agierende und marktbeherrschende Konzerne entstehen.
Der neue 5-Jahresplan erwähnt Elektromobilität in keinster Weise mehr. Nun steht dort Künstliche Intelligenz auf der Agenda. Nach Solar- und Windenergie, Elektromobilität macht China mit KI nach demselben Muster weiter.
Und was machen wir, was macht die deutsche Regierung?
ZZZZZzzzzzzz hrchch, chrrrrch ZZZZzzzzzzz
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Quellen
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/vw-stellenabbau-106.html

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